So ein Theater...

TuSCH Theater und Schule in Hamburg

Die Kurt-Tucholsky-Schule gewinnt den 1. Preis beim STAMP-Festival 2011 in Altona

„Natürlich zum STAMP-Festival....“

STAMP – Kurt-Tucholsky-Schüler und –Lehrer heizen dem Publikum als Straßenkünstler mächtig ein

Die Kurt-Tucholsky-Schule in Altona ist am Puls der Zeit: 30 OberstufenschülerInnen der neu ins Leben gerufenen Stadtteilschule und seit September dieses Jahres offiziell eine der sieben Kulturschulen in Hamburg erlebten innerhalb eines viertägigen Workshops STREET ART mit Londoner Ursprung hautnah – im wahrsten Sinne des Wortes – und nahmen besonders erfolgreich am STAMP-Festival teil.

Thema: Hieronymus Bosch

Auf dem „The Street Arts Melting Pot“ – kurz STAMP – Festival – welches vom HausDrei in Altona seit 2008 jährlich veranstaltet wird – beteiligten wir uns zum ersten Mal und zwar im Rahmen eines ästhetischen Projektes vom 1. bis 4. September zum Thema „Hieronymus Bosch“, das in den Räumen der Kurt-Tucholsky-Schule stattfand. Schülerinnen und Schüler des Kunst-Profils mit den Fächern Bildende Kunst, Theater und Philosophie des 13. Jahrgangs arbeiteten Seite an Seite mit Profis der Street Art Szene in London: Charles Beauchamp von Mandinga Arts (Kostüm, Maskenbau und Tanz), Zoé (Maskenbildnerin und Tänzerin) und Manuela (Choreografin und Tänzerin).

Kunst-Überfall in der Schule

In den ersten zwei Tagen haben wir die Kostüme, die dafür aus London nach Hamburg transportiert wurden, anprobiert, die Schüler machten sich mit der Straßenkunst von Mandinga Arts vertraut und Choreografien wurden einstudiert. Highlight des zweiten Tages war wohl der Kunst-Überfall in der Kurt-Tucholsky-Schule. Die beteiligten Schüler und Lehrer zogen sich die Kostüme an, liefen und tanzten damit – zur großen Überraschung und Freude der Schule – in der großen Pause durchs Schulgebäude und über den Pausenhof.

Zusammenarbeit mit Profis

Am 3. September, dem ersten Tag der Parade lernten die Schülerinnen und Schüler die professionelle Maskenbildnerin Zoé aus London kennen, die jedem eine zum Kostüm passende Maske aufmalte: Schreckliche Totenmasken, herrliche farbenfrohe Kubanerinnen-Masken, schmückende Red-Lady-Masken und goldfarbene Feuervogelmasken. Dann zogen sich alle ihr Kostüm über und der erste nächtliche Paradenspaß begann. Die Aufregung stieg als einige von uns – in voller Montur – mit dem 25er Bus zur Großen Bergstraße fuhren. Irritierte Gesichter, aber auch freundliche Fragen, wo es denn in diesem Aufzug hingehe. Das Schwein grunzte und die zauberhaft lächelnde Red-Lady antwortete: „Natürlich zum STAMP-Festival, wohin denn sonst!?“

Wie im Rausch in der Menge

Wir trafen unsere Samba-Band für diesen Tag und gegen 21 Uhr setzte sich unsere farbenfrohe Formation bei schönstem Sommerwetter tanzend in Bewegung. Wie im Rausch nahmen wir die am Rande sitzenden, stehenden, tanzenden, filmenden Massen wahr. Einige bekannte Gesichter waren darunter. Ab und zu hielt der Zug und wir agierten meist spontan oder Manuela gab uns Zeichen, welche Choreografie nun an der Reihe war. Mit dem Einzug in die Arena am Ende der Großen Bergstraße war der Höhepunkt des Abends erreicht. Die Menge jubelte. Unsere Abschlussperformance mit dem großen Skelett in der Mitte hatte sie überzeugt.

„Skeletons at 8 o´clock!“

Die neunzig Minuten gingen schnell vorüber. Wir traten den Weg zur Louise-Schröder-Schule an, wo wir in einem Nebenraum der Sporthalle unsere Kostüme lagern, uns umziehen und frisch machen konnten. Zoé war einverstanden, dass wir am nächsten Morgen versetzt in die Maske kommen und vorher Gruppen bilden: „Skeletons at 8 o´clock!“ Na schön, mittlerweile war die Zeit vorgerückt: Gerade mal sechs Stunden Schlaf. Der Sonntag war trist und es regnete ab und an. Der verhieß erst einmal nichts Gutes. Dem Schweiß hielten die Masken relativ gut stand, aber einem Regenguss? Die Stimmung war zunächst dementsprechend. Aber die Londoner schafften es, unsere Gemüter aufzuheitern. Gegen 14 Uhr war es dann so weit und sogar die Sonne ließ sich blicken. Wir folgten einer neuen für uns bestimmten Samba-Batterie und entluden noch einmal alle unsere tänzerischen und performativen Kräfte. Auch diesmal waren die Menschen zahlreich in die Große Bergstraße geströmt um dem Spektakel zuzuschauen.

Kurt-Tucholsky-Schule erhält den 1. Preis

Einen Tag später erfuhren die meisten von uns erst, dass wir den 1. PREIS für die „TOLLSTE SHOW“ (gemischte Gruppe) erhalten hatten. Das ist ein großer Erfolg und ein Zeichen, dass die Kurt-Tucholsky-Schule am Puls der Zeit ist: Sie kooperiert nicht nur mit Künstlern aus dem Stadtteil, sondern zieht Künstler aus der Welt in den Stadtteil hinein, um den eigenen Lebensraum aus einer anderen Perspektive zu betrachten und ihn lebendig werden zu lassen.Insgesamt war es eine wunderbare Erfahrung, welche uns das HausDrei ermöglichte. Besonderer Dank gilt dabei Charles Beauchamp und Mandinga Arts. Es war eine intensive Atmosphäre und ein Glück mit ihnen zusammen auf den Straßen Altonas zu tanzen und die Street Art hautnah zu erleben. Die Fotos zeigen dies auf eindrucksvolle Weise.

Eines steht fest: Im nächsten Jahr wollen wir wieder dabei sein, um unseren Stadtteil Altona mit Kunst zu bereichern und damit das Zitat Kurt Tucholskys zu erfüllen und zu erweitern: „Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an“ und GESTALTE SIE MIT!

Text: Nadine Nau und Uta-Maria Schumacher Fotos: Uta-Maria Schumacher

 

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Wir sind eine der 25 TuSch-Schulen
in Hamburg und kooperieren mit dem

"Lichthof-Theater".

W E I T E R F Ü H R E N D E   L I N K S

STAMP-Festival 2011